Von Weißenthurm zum Karmelenberg

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Seit Frühjahr 2026 begleiten wir die heterogene E-Biker-Gruppe vom „BürgerSTÜTZPUNKT+“ der Verbandsgemeinde Weißenthurm in unregelmäßigen Abständen als TourGuides – mal eher gemütlich, mal auch etwas anspruchsvoller.

Heute ist es wieder soweit, und es ist die letzte Tour vor der Sommerpause.
Unser Ziel: der Karmelenberg bei Bassenheim – durchaus eine Tour der etwas anspruchsvolleren Art.

Der Karmelenberg ist ein bewaldeter vulkanischer Schlackenkegel und mit seinen 372 Metern die höchste Erhebung der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Er gehört zum Maifeld-Pellenzer Hügelland, und wir können ihn von unserem Wohnzimmerfenster aus gut sehen. Für seinen Namen stand der Berg Karmel im Nordwesten Israels Pate. Auf die Marienkapelle auf seinem Gipfel werden wir später noch ein wenig eingehen.

Das Thermometer soll heute auf 30°C klettern. Um nicht in die Nachmittagshitze zu gelangen, wurde der Start in Absprache mit den Teilnehmenden kurzfristig von 14 auf 10 Uhr vorverlegt – eine kluge Entscheidung.

Sechs Mutige finden sich am Weißenthurmer Rheinufer ein und machen sich mit uns auf den Weg – wie üblich mit Robert an der Spitze. Ingrid als Schlusslicht sorgt dafür, dass niemand unterwegs verlorengeht. Noch sind die Temperaturen erträglich, zumal die Sonne zurückhaltend ist. Später soll uns noch der Wind entgegen wehen, was vielleicht ein wenig Kühle bringt.

Richtung Kettig starten wir unsere Runde, und am Ortsende wartet die erste Steigung auf uns. Leider verlässt uns hier auch schon die erste Teinehmerin, der Ansstieg ist einfach zu steil. Auch wenn es sehr schade ist, ist es eine kluge Entscheidung. Es ist immer gut, Grenzen frühzeitig zu erkennen und zu akzeptieren.

Hinter Bassenheim fahren wir ein Stück auf dem Maifeld-Radweg, den wir kurz hinter dem ehemaligen Bahnhof Ochtendung, der heute ein Restaurant beherbergt, wieder verlassen.

Der Maifeld-Radweg ist ein vollständig asphaltierter, fast steigungsfreier Bahntrassen-Radweg, der sternförmig auf drei Streckenabschnitten jeweils von Polch nach Mayen, Münstermaifeld und Bassenheim führt. Er ist wunderbar und recht familienfreundlich zu fahren und auch perfekt für Inlineskating geeignet.

Auf uns wartet nun die nächste Steigung hinauf zu unserem heutigen Ziel, die wir aber mit Bravour meistern.

In der Obhut von Robert lassen wir unsere Räder stehen und machen uns zu Fuß, vorbei an der beeindruckenden Steilwand des ehemaligen Steinbruchs, auf den Weg zum Gipfel mit der kleinen Marienkapelle.

Die Kapelle wurde 1662 vom Grafen Waldbott von Bassenheim und seiner Frau errichtet. Zunächst ausschließlich von der Stifterfamilie genutzt, wurde sie 1688 auch für Pilger zugänglich gemacht. Seit dieser Zeit bewohnte ein Eremit eine Kammer über dem Chor und beaufsichtigte die Kirche. Am Neujahrsmorgen 1826 wurde der letzte Eremit, Bruder Nicolaus Hoelzer unweit der Kapelle ermordet aufgefunden. Der Mord wurde nie aufgeklärt.

Leider kann man den Innenraum der Kapelle lediglich durch ein Gitter betrachten und nicht betreten. Aber das hat wohl seinen Grund, und es ist erfreulich, dass man überhaupt einen Blick hineinwerfen darf.

Wir machen ein paar Fotos und uns dann in umgekehrter Richtung über den Kreuzweg zurück zu unseren Rädern. Noch ein Schluck aus der Wasserflasche, dann begeben wir uns auf den Rückweg.

Dieser Streckenabschnitt hat es in sich: abschüssig, uneben, mit tiefen Rillen und grobem Schotter ist er eine echte Herausforderung. Das geht ganz schön in die Beine, und bis wir wieder auf dem Maifeld-Radweg ankommen, haben wir noch einige unwegsame Teilstücke zu meistern. Dann aber können wir es entspannt rollen lassen.

In Mülheim-Kärlich verlassen uns drei Teilnehmer, die auf direktem Weg nach Hause fahren möchten. Zu viert fahren wir über Urmitz zurück an den Rhein und nach Weißenthurm. Unterwegs machen wir noch einen kurzen Fotostopp bei den Schafen und Ziegen, die am Rheinufer weiden oder im Schatten chillen.

Eine schöne, anstrengende und durchaus interessante, aber vor allem unfallfreie Tour ist beendet. Wir wünschen allen einen schönen Sommer und freuen uns auf ein Wiedersehen im September.