Mittwoch, 29.04.2026 – 4. Etappe von Bingen nach Boppard

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Wie immer, pünktlich um 10:00 Uhr ertönt Ingrids Startpfiff, und gut genährt vom Frühstück geht es weiter. 42 km schönstes Mittelrheintal mit all seinen Burgen und Sehenswürdigkeiten erwarten uns. Und ab heute ist auch Klaus mit dabei. Er übernachtet allerdings nicht mit uns, sondern pendelt täglich mit der Bahn zwischen seinem Wohn- und unserem Start- bzw. Zielort.

Wir verabschieden uns mit unsem morgendlichen Ritual, und vorbei an der Burg Klopp fahren wir über die Nahe-Mündung und gelangen zum berühmten und mitten im Rhein gelegenen Mäuseturm. Zusammen mit der Burg Ehrenfels, westlich von Rüdesheim, diente er einst der Eintreibung von Wegezoll. Seine Berühmtheit verdankt er wohl der Sage um den hartherzigen Erzbischof Hatto, der hier bei lebendigem Leibe von Mäusen gefressen worden sein soll.

Nun folgt hier Burg auf Burg – Rheinstein, Reichenstein, Sooneck, Heimburg… Einige kann man besichtigen, andere sind in Privatbesitz, Hotel oder Jugendherberge. Da wir sie nicht alle einzeln beschreiben können, verlinken wir hier eine Information, die alles Wissenswerte zusammenfasst.

Bei Bacharach erzwingt ein platter Reifen einen Aufenthalt. Dank Klaus‘ Expertise und Judiths tatkräftiger Unterstützung ist das Problem schnell gelöst und soll bis auf eine abgesprungene Kette unsere einzige Panne bleiben. Ingrid, die als Schlussfahrerin ja warten muss, spürt derweil ein paar sonnenbadende Eidechsen auf. Aber auch alle Anderen warten geduldig.

Von gegenüber grüßt uns Kaub mit seiner imposanten Burg Pfalzgrafenstein oder kurz der „Pfalz“. Auch sie ist eine ehemalige Zollburg und hat, ebenfalls mitten im Rhein gelegen, eine exponierte Position.

Am Jahreswechsel 1813/14, während der Befreiungskriege, setzte der preußische Feldmarschall Blücher hier mit 60.000 Soldaten, 20.000 Pferden und 200 Geschützen über den Rhein, um die Truppen Napoleons zu verfolgen.

Am Rhinelanderstadion in Oberwesel warten wieder unsere treuen Versorger Markus und Günter mit einem leckeren Buffet auf uns. Hier machen wir eine Stunde Pause und während wir das schöne Wetter genießen, tuckert auf dem Rhein die „Goethe“ vorbei. Das historische Schaufelradschiff der KD kann auf eine interessante Geschichte zurückblicken und fährt während der Sommermonate täglich (bis auf montags) von Koblenz nach Rüdesheim und zurück und steuert dabei alle relevanten Orte an.

Vielleicht noch ein Tipp: dienstags und donnerstags ist bei der KD Radfahrertag. Zwei Radfahrer fahren dann zum Preis von einem. Das gilt auch für die übrigen KD-Angebote.

Kurz nachdem wir unserer Pause beendet haben, halten wir bei Sankt Goar an, um einen Blick auf die beeindruckende Schieferfelswand der Loreley zu werfen und ein paar Fotos zu machen. Bis auf 193 m ü. NN ragt sie steil in die Höhe. Der Sage nach lockte hier eine schöne Nixe mit ihrem Gesang manchen Rheinschiffer ins Verderben.

Hier ist auch die engste und tiefste Stelle des Rheins auf seinem gesamten schiffbaren Abschnitt zwischen Basel und Rotterdam. Bis zu den 1980er Jahren waren Lotsen tätig, um die Schiffe durch diese Gefahrenzone zu bugsieren. Inzwischen wurden einige Felsen im Rhein gesprengt, und die Engstelle ist mittels große Signalanlagen deutlich sicherer geworden.

Gegenüber dem Wallfahrtsort Kamp-Bornhofen mit seinem gleichnamigen Franziskanerkloster stoppen wir noch einmal. „Erklärbär“ Gerd hat das Wort:

Oberhalb des Ortes liegen die beiden Burgen Liebenstein und Sterrenberg, die sogenannten „Feindlichen Brüder“. Gerd erzählt uns die namengebende Sage.
Und worum ging es? Natürlich um eine Frau, zwei Männer, Liebe und Rivalenschaft.

Schon bald erreichen wir Boppard. Markus und Günter sind bereits vor Ort, und bei der Eisdiele auf dem Marktplatz lassen wir die Etappe ausklingen. Danke Markus!

Das Ebertor, unser heutiges Hotel, ist nur einen Katzensprung entfernt. Günter sortiert unsere Räder in der Garage ein, und wir können uns in dem riesigen atriumartigen Komplex auf die Suche nach unseren Zimmern machen. Zum Abendessen, das wir bereits vorbestellt hatten, treffen wir uns wieder.

Hier die Strecke auf Komoot