Montag, 27.04.2026 – 2. Etappe von Worms nach Nierstein

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Heute warten etwa 37 km, wunderbares Wetter und blühende Blumen auf uns. Das Hotel Altes Ruderhaus verabschiedet sich mit einem fürstlichen Frühstück.

Den Start hat Robert für 10:00 Uhr ausgerufen und pünktlich um 9:45 Uhr versammelt sich alles vor dem Hotel. Wir verabschieden uns mit einer dreifachen La Ola, die ab jetzt unser Startritual sein wird.

Wie gestern und an den folgenden Tagen wird Robert an der Spitze die Führung übernehmen, und Ingrid wacht am Ende der Schlange darüber, dass niemand zurückbleibt. Gerd ist unser Joker, pendelt von vorn nach hinten und zurück, hat viel zu erzählen und am Abend wohl die meisten Kilometer in den Beinen.

Den Rhein hatten wir ja bereits gestern überquert und fahren nun linksrheinisch. Die ersten Kilometer, bis wir Worms hinter uns gelassen haben, sind wieder etwas beschwerlich – Industrie, Ampeln, Straßenüberquerungen, mit einem Tross von 30 Radfahrern dauert das seine Zeit. Aus Sicherheitsgründen fahren wir bewußt nicht als Kolonne, die es uns erlauben würde, Straßen als Einheit zu überqueren. Manche Autofahren wissen das nicht, und wir wollen Konflikte vermeiden.

Hinter Rheindürkheim aber fahren wir durch Felder und grüne Auen. Ein Trupp Störche nimmt gar keine Notiz von uns und sucht direkt nebenan auf einer Wiese nach Futter, einer fliegt sogar direkt über unsere Köpfe hinweg.

Über Ibersheim und Hamm am Rhein – hier in der Nähe wurde übrigens in den 1970er Jahren mit verschiedenen archäologischen Methoden nach dem Nibelungenschatz gesucht – erreichen wir den Eicher See, „Rheinhessens Badewanne“, wo Markus und Günter uns bereits mit einem tollen Mittagsbuffet erwarten. Die Zwei haben, während wir unterwegs waren, eingekauft wie die Weltmeister.

Frisch gestärkt geht es weiter Richtung Oppenheim, dem bekannten Weinort im Anbaugebiet Rheinhessen. Wer kennt nicht den berühmten Oppenheimer Krötenbrunnen? Hier befindet sich übrigens das Deutsche Weinbaumuseum.

Auf der gegenüberliegenden Rheinseite befindet sich Hessen. Die Grenze zu Rheinland-Pfalz verläuft mitten durch den Rhein. Am hessischen Ufer befindet sich das Naturreservat „Kühkopf-Knoblochsaue“. Es ist das größte hessische Naturschutzgebiet und gleichzeitig eines der großen FFH-Gebiete in Hessen. Im Dreißigjährigen Krieg überquerte hier der Schwedenkönig Gustav-Adolf mit seinem Heer den Rhein, woran die sogenannte Schwedensäule erinnert. Ihren Namen verdankt die Knoblochsaue dem dort in großer Zahl vorkommenden Bärlauch, dessen Duft intensiv zu uns herüberweht.

Von Oppenheim ist es nicht mehr weit nach Nierstein, unserem heutigen Ziel. Markus und Günter haben an der Rheinpromenade, direkt am Schiffsanleger den Pavillon aufgebaut, und Bürgermeister Jochen Schmitt begrüßt uns herzlich.

Nachdem der Bürgermeister sich verabschiedet hat, gibt es leider einen Konflikt mit einem Ordnungshüter. Wohl von Anwohnern alarmiert, will er uns einen Platzverweis erteilen. Er ist von unserem Treffen mit Herrn Schmidt nicht informiert und etwas verärgert. Aber Sandra und Markus können ihn diplomatisch besänftigen.

Das „Rhein-Hotel Nierstein“ liegt direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Günter verstaut unsere Räder im Schuppen, wo wir auch unsere Akkus aufladen können. Und nachdem wir unsere Zimmer bezogen und uns frisch gemacht haben, versammeln wir uns zum Abendessen.

Das „Rhein-Hotel Nierstein“ bietet eine recht umfangreiche Wein- und Speisenkarte, auf der es ein kulinarisches Kuriosum gibt: Jahrgangs-Ölsardinen – wie beim Wein: je älter desto teurer. Für den, der’s mag …

Hier die Strecke auf Komoot